Dienstag, 14. Oktober 2008

:-) Language barriers .-)

Well, ich komme gerade aus meiner Mittagspause wieder und wollte auf dem Rückweg nur noch fix eine dünne Plastikschnur kaufen mit der ich mein Moskitonetz befestigen kann....
Kleine Dinge können doch sooo schwer sein wenn man nicht die gleiche Sprache spricht. Im erst besten Laden, wo es allen möglichen Krims Krams gibt, hab ich also nachgefragt ob sie eine "plastic rope or a plastic string" haben. Es wurde ziemlich schnell klar, dass das wohl doch nicht so einfach werden würde wie ich anfangs (naiv wie ich manchmal bin) dachte. Sie sprachen nur Kinyarwanda und Französisch und ich nur Englisch. Schnell fand sich aber ein junger Typ der zumindest so tat als ob (nein, sein Englisch ist besser als mein Frz.) dennoch hatten wir wohl nicht die gleiche Vorstellung von dem was ich wollte. Ich im Schlepptau lief er quer durch Kigali und in den nächsten Klamottenmarkt. Kurz hinter einem Wäscheberg verschwunden kam er mit einem String-Tanga wieder und hielt ihn mir ins Gesicht. Grinsend und etwas beschämt (würde ich wild fremde Typen um Hilfe bitten, wenn ich mir String-Tangas kaufe???) versuchte ich ihm zu erklären, dass der string den ICH wollte nichts mit Unterwäsche zu tun hatte. Kurz drauf gesellte sich noch ein Typ zu uns ... super dachte ich: Der spricht Englisch. Auch ihm erklärte ich wonach ich suchte. Er nickte und so zogen wir los ----- ins nächste Unterwäschengeschäft!!! Auch er zeigte mir ein paar sehr schöne Modelle.....Tigerstrings, welche mit Rüschen. Naja ich hätte mein Mosktionetz ja auch mit zerschnittenen Strings aufhängen können, aber das sieht ja schon ein bisschen doof aus. Ein Mädel aus dem Wäscheladen sprach Englisch und auch ihr erklärte ich was ich wollte und erklärte ihr zusätzlich wofür (um mein Moskitonetz aufzuhängen).
So etwas gibt es hier nicht meinte sie - aber ich könne mir ja ein 2. Mosktionetz kaufen, es zerschneiden und damit dann mein 1. Moskitonetz aufhängen. SUPER IDEE dachte ich. Das ist wohl die afrikanische Problemlösung, nur leider etwas verschwenderisch.
Ich lies sie alle dankend stehen, versprach der Wäscheverkäuferin wieder zu kommen und versuchte mein eigenes Glück.

Ich wurde fündig!!!!!!!!! In einem Hardwarestore, wer hätte das gedacht?

Aber gut, es war eine spassige Abrundung meiner Mittagspause. Und was wäre eine Reise ohne solche Erfahrungen? Zumindest weiss ich jetzt auch wo es in Kigali die hottesten Strings gibt, auch was Wert, oder???

Freitag, 10. Oktober 2008

Hut ab!!!!!

Hut ab vor allen Krankenschwestern und Aerzten dieses Landes!!!
In Ruanda sind nur 30% der benoetigten Stellen im Gesundheistwesen besetzt. Grund dafuer ist schlichtweg der Mangel an ausgebildetem Personal. Besonders Aerzte waren waehrend des Genozides vor 14 Jahren Zielscheibe des Toeten, wodurch das Gesundheitswesen quasi ausgeloescht wurde. Noch heute hat Ruanda damit zu kaempfen. Besonders in den laendlichen Gebieten in denen die jungen Aerzte natuerlich nicht so gerne arbeiten - sie zieht es nach Kigali in die Hauptstadt. So gibt es in Krankenhausern zwar eine chirurgische Station, allerdings keinen Arzt. Um eine Kinderstation auf der ca: 40 bis 50 Kinder liegen, kuemmert sich ein Arzt.
Bei einer Krankenhausevaluation auf dem Land wurde ich von einer dt. Aerztin die hier fuer den Deutschen Entwicklungsdienst arbeitet, durch ihre Kinderstation gefuehrt. Es war ziemlich heftig und ich stiess echt an meine Grenzen. In einem Grossraum liegen ca. 20 Kinder in schmalen Bettchen die lediglich mit Gummimatten bestueckt sind. Tuecher auf die die Kinder gelegt werden muessen von den Familien selbst mitgebracht werden, genauso wie Essen. Der Raum ist stickig und es riecht nach Urin, Krankheit und es ist sehr wuselig. Im einem Nachbarraum lagen die ganz kleinen. Immer 2 Wuermchen in einem Bett. In Decken eingerollt und am Tropf haengend versucht man die kleinen wieder aufzupeppeln. Der Grund ihres Daseins ist Dehydration aufgrund von wochenlangem Durchfall, einer hat TBC. Einige von den Kindern die hierher kommen schaffen es nicht mehr. Krankenhauser sind in Ruanda sind oft die allerletze Station und es geht oft um Leben oder Sterben. 10 von 100 Kindern sterben. Oft aufgrund von Mangelernaehrung und Folgeerscheinungen. Um ganz arme Familen nicht abweisen zu muessen, werden die Gelder aus einem Fond genommen um wenigstens lebenswichtige Medikamente verabreichen zu koennen. Ich spreche hier nicht von horrenden Summen, sondern von im Durchschnitt 8 EURO die hier ein Leben retten.
Das Bild dass sich mir auf der "Intensivstation" bot, war keine besseres. Zwar sind die Betten hier breiter und es liegen weniger Menschen in einem Raum, aber von besserer Versorgung kann auch hier nicht gesprochen werden. Hie ist nichts steril und ich konnte eigentlich nicht erkennen warum es eine Intesivstation sein sollte ....
Waehrend fuer mich der Besuch des Krankenhauses zu Ende ging und ich erst einmal frische Luft schnappen musste und die Bilder verarbeiten, ging der Tag fuer Eva weiter. Hut ab, sie und alle anderen Aerzte machen hier einen Hammerjob und ich weiss echt nicht wo sie die Kraft dafuer hernehmen.

Was visuelles ..........

Ruanda das Land der "milles collines" - tausend Huegel



Dorfalltag
Die "Strasse" vor meiner Haustuer (wie die meisten hier)

Sonntag, 5. Oktober 2008

Viele Eindrücke

Hallöle ihr lieben,
oh ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Ich bin erst ein paar Tage hier, habe aber schon sooo viel erlebt ....

Am Samstag habe ich meine erste Stadttour unternommen. Das Zentrum von Kigali ist sehr wuselig und bunt. Es gibt schmale Strassen mit vielen bunten Häusern, gefüllt mit Krims Krams am Rand. Alles geht irgendwie etwas hektisch vor sich. Es war schon ein bisschen komisch so für mich das erste Mal alleine als Muzungu (Weisse) in der Stadt rum zu laufen. Obwohl man hier in der Stadt an Weisse gewohnt ist (es gibt hier wahnsinnig viele internationale Organisationen) schauen dir einige Kinder hinterher und man ist einfach anders. Ein Gefühl, dass ich ja mittlerweile schon kenne, an das ich mich aber immer noch nicht gewöhnen kann und mag. Es ist aber definitiv angenehmer als in Lateinamerika. Die Männer pfeifen einem nicht die ganze Zeit hinterher oder rufen dir "chica bonita" nach. Hier und da hört man natürlich schon mal was aber ich finde es hier echt relaxter.... Auch die Strassenverkäufer sind weniger aufdringlich. Zwar wird wiederholt gefragt ob du nicht doch eine Telefonkarte oder Strassenkarte oder was auch immer möchtest, aber schon nach 2 Mal fragen lassen sie einen mit "Maybe another time, sister" gehen.
Auch kann man abends alleine auf der Strasse laufen und ist relativ sicher. Natürlich muss man aufpassen aber ich glaube es ist wahrscheinlicher bei absoluter Dunkelheit, denn hier gibt es keine Strassenbeleuchtung, in ein Schlagloch zu fallen und sich den Knöchel zu brechen. Da es diese hier ebenfalls zu Hauf gibt (nur wenige Strassen ausserhalb des Zentrums sind gepflastert), warte ich quasi nur darauf aufgrund meiner Tolpatschigkeit in solch einem zu landen und mir unglaublich weh zu tun .... Ich werde berichten.

Etwas gewöhnungsbedürftiger finde ich die "International Community". Ich weiss auch nicht. Einige sind sehr überheblich und ich finde es einfach etwas anstrengend. Man wohnt in fetten Häusern und hat bis zu 4 Angestellte oder so. Guard, Koch, tlw. Fahrer, eine Frau die die Wäsche macht und putzt. Ich sehe ein, dass z.B. Guards wichtig sind und es nett ist, wenn man jmd. hat der sich ums Haus kümmert; Aber wenn ich dann höre "Also meine Köchin... der Salat ist echt nicht gut, ich schick sie mal zu deiner zur Nachhilfe" und das in einem etwas überheblichen Ton während man im Botschafterhaus zum Anlass des 3. Okt. steht und kostenlosen Alk in sich schüttet - hörts bei mir auf. Man muss dazu sagen, betreffende Person ist in meinem Alter!!!!! Oder wenn man das ganze Wochenende schmutziges Geschirr in der Küche sammelt, weil man sich zu fein ist abzuspülen (am Montag kommt ja die Angestellte). Ich weiss auch nicht aber muss so etwas sein???

Soweit .... ich werde berichten.
Nun steht mir erst einmal eine Woche arbeiten bevor. Ich hoffe ihr habt einen guten Start und ich höre mal von euch.
lg Katha

Samstag, 4. Oktober 2008

Ich habe eine Nummer

Für alle die Sehnsucht nach mir bekommen :-)
Hier mal meine Handy-Nummer:

+250 08629558

Ich glaube die 0 wählt man mit. Es gibt in Ruanda noch keine Ortsvorwahlen da das Telefonnetz noch sehr klein ist. Mit der 0 fangen hier alle Telefonnummern an. Einfach mal ausprobieren.

Ich freue mich über Anrufe ..............

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Ein Jahr spaeter --- Katha in Ruanda

Hallo ihr Lieben;

bei einigen von euch mag mein Blog-Eintrag sehr ueberraschend sein, andere haben es mit bekommen. Ziemlich spontan hat es mich nach Ruanda verschlagen wo ich die naechsten 3,5 Monate verbringen werde...
Ich absolviere hier ein Praktikum bei der GTZ und werde etwas Vorarbeit fuer meine Masterarbeit leisten, mit der ich naechstes Jahr mein Studium abschliessen moechte.

Tja, heute morgen bin ich angekommen. Nach ca: 14 Stunden Reise und einem Zwischenstopp in Aethiopien bin ich heute gegen Mittag in Kigali gelandet. Als ich aus dem Flugzeug stieg schlug mir heisse Luft ins Gesicht. Sofort musste ich erste einmal ein paar Schichten meiner, noch in dt. benoetigten Winterkleidung von mir werfen. Ja es tut mir ja schon leid; ich hier im heissen Ruanda, ihr im kalten Deutschland :-)

Mein erster Eindruck von Ruanda ist sehr sehr positiv. Ich habe lang keine so saubere Stadt gesehen. Kein Muell auf den Strassen, nichts. Einfach nur sauber. In einer Aktion, der Umwelt zuliebe hat der Praesident vor ein paar Jahren alle Plastiktueten aus dem Land gebannt. Nicht nur dass man keine bekommt, Plastiktueten sind hier einfach verboten. Kommt man mit einer solchen Umzeltsuende aus dem Flughafen, bekommt man sie sofort abgenommen, man kommt mit nicht durch die Schranke. Ja; ja; wenn man hier Grosseinkaufe machen moechte bringt man sich seine Tasche mit oder man traegt alles einzeln nach Hause. Und da soll jmd. mal was gegen Afrika sagen. Zur Sauberkeit kommt der nette Charm der Stadt. Viele Strassen bestehen aus Kopfsteinpflaster oder sind einfache Trampelpfade. Da die Erde hier so ein typisch afrikanisches Rot hat, wirkt das natuerlich sehr schoen. Passend dazu sind viele Hauser die aus rotem Backstein gebaut wurden und wo gerade kein Haus steht, waechst Gruen und Blumen bluehen.
Die Stadt ist an sich sehr huegelig, wie an sich das Ganze Land. Vom oben hab ich auch kaum was ausser gruenen Huegeln und Fluessen gesehen. Auf franz: heisst Ruanda auch nicht umsonst das Land der Tausend Huegel ... Fotos folgen.
Die Menschen dich ich bisher getroffen habe sind super freundlich, herzlich und gehen sofort auf dich zu. Leider nur habe ich ein Mittelgrosses Verstaendigungsproblem. Je ne se pa frainces oder so aehnlich. Das ich in der Schule so eine faule Socke in meinem damals so verhassten Fach war, zahlt sich gerade heim. Ich kann mich mit einigen einfach nicht unterhalten. Sie sprechen kein Englisch und ich kein Franzoesisch. Ich kann zwar lesend viel vom span. ableiten aber sobald es gesprochen wird verstehe ich nur Wortfezen. Naja schauen wir mal wie das weiter geht.

Soviel erst einmal von meinen ersten Eindruecken von Ruanda. Ein kleiner Einstieg in das Land, in das Projekt in dem ich arbeiten soll und Fotos folgen in den naechsten Tagen ...

Bis dahin,
alles liebe aus AFRIKAAAAAAAAA (kanns noch gar nicht richtig glauben)
Katha

Montag, 1. Oktober 2007

Noch am Leben ...

Hallo alle zusamnen,
so, nachdem ich mich ja schon eine Ewigkeit nicht mehr gemeldet habe, muss ich nun doch mal ein kleines Lebenszeichen abgeben.
Nachdem ich 'ne Woche mit schwerster :-) Grippe im Bett lag, bin ich nun wieder genesen und zaehle bereits meine Tage. Ich muss nur noch diese Woche rum bringen und dann gehts auf Reise. Ich zaehle hier mittlerweile die Tage, da mir die Stadt doch langsam aber sicher auf die Nerven geht. Der taegliche Kampf im Bus und die Abgase werden langsam etwas laestig. Zudem ist man ohne genuegen Kleingeld fuers Taxi in seinen Aktivitaeten doch sehr eingeschraenkt und ihr koennte euch vorstellen, wie wenig ich das mag.
Aber am Sonntag werde ich Femke vom Flughafen abholen und am Montag werde ich Guatemala - Stadt den Ruecken zu kehren. Wir werden wahrscheinlich Richtung Mexico aufbrechen, ueber die Route sind wir uns noch nicht so ganz einig, aber ich bin mir sicher es werden schoene drei Wochen.
Ende des Monats bin ich ja dann auch schon wieder da und ich freue mich schon wahnsinnig auf Rotwein in und mit meiner WG (ich glaube aufgrund von Rotweinmangel war ich auch so schrecklich krank).
Ich melde mich von unterwegs wieder.
lg aus guate,
Kathai